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Der Rechenschieber basiert auf den Logarithmen der natürlichen Zahlen. Die Logarithmen wurden um 1600 unabhängig von Jobst
Bürgi und John
Napier entwickelt und 1620 bzw. 1614 publiziert.
Briggs schlug die Logarithmen zur Basis 10 vor, die bis zur Verbreitung der Elektronenrechner verwendet wurden, und veröffentlichte 1617 die erste achtstelligen Logarithmentafel der Zahlen bis 1.000 (Briggs'sche Logarithmen). Dieses Werk wurde 1628 von Adrian
Vlacq erweitert auf zehnstellige Logarithmen der Zahlen bis 100.000.
Einen Abdruck der Briggsschen Logarithmentafel (bis 10.000) aus Edmund Gunters Buch "The General Use of the Canon and Tables of Logarithms" biete ich als PDF-Datei an. Dazu gehört die Anleitung (in altertümlicher, englischer Sprache).
Die Logarithmen erlauben einfaches
Multiplizieren, Dividieren, Potenzieren und Radizieren (Wurzelziehen) durch Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren bzw. Dividieren. Das führte zur ersten Konstruktion eines logarithmischen Rechengeräts durch Edmund
Gunter, bei dem auf logarithmischen Skalen mit dem Stechzirkel Strecken abgegriffen und addiert bzw. subtrahiert wurden. William
Oughtred schlug 1621 gegeneinander verschiebbare Skalen vor, ehe Seth
Partridge den modernen Rechenschieber konstruierte. Zusätzliche Skalen wurden von Max
Rietz vorgeschlagen und als System Rietz weit verbreitet. Zunächst wurde der Rechenschieber von Seeleuten und Kaufmännern verwendet. Mit James Watt fand er auch Einzug in das Ingenieurwesen. (Siehe auch
Geschichte des Rechenschiebers, Uni Greifswald)
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Biografische Notizen
- Jobst Bürgi
- (latinisiert Justus Byrgius), Schweizer Uhrmacher und Mathematiker, geb. 28.02.1552 (St. Gallen), gest. 31.01.1632 (Kassel). Baute als Hofuhrmacher des Landgrafen von Hessen-Kassel die ersten Uhren mit Sekundenzeiger und die ersten Geräte zur Darstellung der Planetenbewegung im heliozentrischen Sonnensystem. [
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- John Napier Lord of Merchiston
- (latinisiert John Neper), schottischer Mathematiker, geb. 1550 (Edinburgh), gest. 07.04.1617 (ebenda). Entwickelte Logarithmentafeln und Regeln der sphärischen Trigonometrie (Nepersche Regel). Auf Napier geht die Kommaschreibweise der Dezimalbrüche zurück. Er entwickelte Hilfsmittel zur Multiplikation großer Zahlen: "Napir's Rods" und publizierte 1617 eine Anleitung in seinem Buch "Rabdologia" (= Rechenstächen von gr. rabdos = Stab und gr. logos = rechnen), die auf die vermutlich indische "Gittermethode der Multiplikation" zurück gehen. (Ausführliche Erläuterung bei Wikipedia.) [
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- Henry Briggs,
- englischer Mathematiker (London) und Astronom (Oxford), geb. Feb. 1561 (Yorkshire), gest. 26.01.1630 (Oxford). Ab 1597 Professor für Geometrie am Gresham College in London. Publizierte in Astronomie, Geografie und Navigation. Berechnete und veröffentlichte die ersten (modernen) dekadischen Logarithmentafeln. [
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- Adrian Vlacq,
- niederländischer Mathematiker, 1600 (Gouda) - 1667 (Den Haag). Herausgeber von Logarithmen- und goniometrischen Tafeln, die in Europa weite Verbreitung fanden. [zurück]
- Edmund Gunter,
- englischer Theologe und Mathematiker, 1581 - 1626.
Professor für Astronomie am Gresham College in London; gab Unterricht in Navigation für englische Kaptäne und
entwickelte die damals üblichen Navigationsinstrumente unter dem Eindruck der Logarithmen und der Mercatorprojektion
zu Recheninstrumenten weiter. Die fünfte Ausgabe seiner
gesammelten Werke (1673) liegt mir in gescannter Form vor.
Kopien gebe ich gegen Unkostenbeteiligun (10 € plus Porto) gerne ab.[zurück]
- William Oughtred,
- englischer Theologe und Mathematiker, 1575 - 1660. Publizierte 1632 in seinem Buch "The Circles of Proportion and the Horizontal Instrument Invented, and the Uses of Both" eine Beschreibung des Vorläufers eines Rechenschiebers. [zurück]
- Seth Partridge,
- 1603 - 1686. Das Oxford Dictionary of National Biography geht davon aus, dass es sich um den auf dem Kirchhof von Hemel Hempstead, Hertfordshire beerdigten Mathematiklehrer handelt. Er unterrichtete Arithmetik, Astronomie, Landvermessung, Trigonometrie und Navigation, und schrieb eine Anleitung zu Napir's bones, eine Abacus-ähnliche Rechenvorrichtung zum Multiplizieren und Dividieren von bis zu zehnstelligen Zahlen. Im Jahr 1661 publizierte er das Buch The Description and Use of an Instrument called the Double Scale of Proportion, in dem er einen Rechenschieber mit zwei festen und einer dazwischen verschiebbaren Skala beschrieb: der erste Rechenschieber heutiger Bauart. [zurück]
- Max Rietz,
- 1872 - 1956. Ingenieur, entwickelte für die Firma Dennert & Pape (Marke: Aristo) den Rechenschieber für den Maschinenbau. [zurück]
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