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Meine wissenschafts-historischen InteressenLebensmittelchemieEigentlich hatte es mit der Einladung zu einem Vortrag begonnen. Im Jahr 1986 - ich hatte als Leiter der Planung Chemie im Springer-Verlag (Heidelberg) die "Zeitschrift für Lebensmitteluntersuchung und -forschung" (ZLUF) gerade an meinen Kollegen Peter Enders übergeben, da kam das Gerücht auf, die Zeitschrift feiere das 100jährige Bestehen. Bisher waren wir davon ausgegangen, sie sei etwa 80 Jahr alt. Und da in diesem Jahr auch der Herausgeber der Zeitschrift, Herr Professor Kiermeyer, seinen 80. Geburtstag mit einem Kolloqium an seinem Institut in Weihenstephan feierte - zu dem ich einen Vortrag halten sollte, entschloss ich mich, dem Gerücht nachzugehen. Die Zeitschrift war 1984 vom Bergmann Verlag in München zur verlegerischen Betreuung nach Heidelberg gholt worden. Da der Bergmann Verlag bereits in den 30er Jahren von Springer übernommen worden war, konnte ich davon ausgehen, dass das Archiv der Springer-Verlages Dokumente aus der Gründungsphase der Zeitschrift enthielt. Um in die geheiligten Hallen des Archivs eindringen zu können, musste man zunächst das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit des Anliegens von Herrn Sarkowski, dem Hüter der Geschichte des Springer-Verlages, erlangen. Das gelang. Wir verabredeten uns an einem Nachmittag nach "Dienst" um 17:00h vor der Pforte des Allerheiligsten. Und wir drangen Schulter an Schulter in die - damals noch - ungeordneten Papierberge ein. Wir wirbelten beträchtliche Mengen "Staub der Jahrhunderte" auf (glücklicherweise wussten wir damals nuch nichts von der verderblichen Wirkung des Feinstaubes). Die letzten Zweifel des herrn Sarkowski an meiner Qualifikation schwanden, als ich relativ flüssig die in Sütterlin geschriebenen Briefe der Korrespondenz lesen konnte. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als wir in die späten 90er Jahre des 19. Jahrhunderts vorgedrungen waren, genauer zu einem Zeitpunkt, zu dem der Springer-Verlag eine Schreibmaschine angeschafft hatte. Hier sind nun die Kernpunkte des Beweises der Gründung der ZLUF im Jahre 1886 zusammengetragen. |
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Wilhelm OstwaldFast 20 Jahre später - und viele Erfahrungen reicher - wurde ich im Juni 2005 Mitglied der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft zu Großbothen e.V.. Inzwischen wohne ich in Leipzig - wo ich auch arbeite - und in Berlin. Nach 5 Jahren Abstinenz von der Chemie gelüstete es mich einfach wieder nach dem Umgang mit Chemikern. Und der Nobelpreisträger Ostwald war ja Chemie-Professor in Leipzig. Interessanterweise war er auch korrespondierendes Mitglied der "Berliner Akademie" — und er hat seine Ansichten durch die theoretischen Arbeiten Albert Einsteins zur statistischen Mechanik geändert. (Die Relativitätstheorie ist auch so ein Hobby von mir - seit 40 Jahren. Interessanterweise seit ich den Band 1 der "Heidelberger Taschenbücher" des Springer-Verlages gelesen hatte. Die Ausstellung im Kronprinzen Pallais in Berlin ist sehr empfehlenswert!) Der Name "Ostwald" war mir aus dem Studium irgendwie bekannt: Ostwaldsches Verdünnungsprinzip und Ostwalds Klassiker der Naturwissenschaften. Aber eine Suche nach dem Stichwort in meinen alten Lehrbüchern ergab ein offensichtlich sehr breit angelegtes Forschungsgebiet. W. F. Ostwald ist einer der Begründer der physikalischen Chemie! Haben wir das gelernt? Wohl nicht, aber es ist interessant, seine Forschungen im Umfeld seiner Zeit zu ergründen. Immerhin forschte er ja in dem goldenen Zeitalter der Naturwissenschaften, in dem viele unerklärliche Beobachtungen gemacht worden sind, die durch die Arbeiten Einsteins erklärbar wurden. Über Ostwalds Streit mit den Atomisten gibt es Quellen und Kommentare beim Institut zur Geschichte der Naturwissenschaften und Technik (IGNT) und bei der Arnold-Sommerfeld-Gesellschaft e. V.. Da Wilhelm Ostwald Nobelpreisträger ist und einen eigenen Verein hat, brauche ich mich mit seiner Vita nicht aufzuhalten. Empfehlenswert ist die des Nobelpreiskommittes. Beginnen wir mit dem Vorschlag zur Aufnahme in die Berliner Akademie von Jacobus Hendricus van´t Hoff. |
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